Prompts für Trauerreden — 15 erprobte Profi-Prompts

Prompts für Trauerreden — 15 erprobte Profi-Prompts für deinen Workflow
Diese 15 Prompts sind keine Anleitung, um Reden generieren zu lassen. Sie sind Werkzeuge, die 4 Engpässe im Redner-Alltag lösen: Material sortieren, Struktur finden, Text schärfen, Sonderfälle meistern. Jeder Prompt ist aus dem Workflow erfahrener Redner entstanden.
Auf einen Blick
- 15 Prompts in 4 Kategorien: Biografie-Strukturierung, Dramaturgie, Lektorat, Spezialfälle.
- Jeder Prompt enthält Kontext (wann er passt), den Prompt-Text und Hinweise zur Output-Anpassung.
- Alle Prompts setzen anonymisierte Eingabedaten voraus — keine Klarnamen, keine identifizierbaren Orte.
- KI ist Denkpartnerin, nicht Ghostwriterin. Du schreibst jedes Wort, das am Rednerpult gesprochen wird.
- Die Prompts funktionieren mit ChatGPT, Claude und Gemini gleichermassen.
Bevor du startest: 3 Grundregeln
Regel 1: Anonymisiere immer. Ersetze Klarnamen, Adressen, Firmennamen und identifizierbare Orte durch Platzhalter. Aus “Werner Hoffmann aus Grünstadt, gestorben am 3. Mai im Klinikum Ludwigshafen” wird ”[Verstorbener, männlich, 82] aus [Kleinstadt, Pfalz], gestorben [Anfang Mai] in [Klinik]“.
Regel 2: Gib der KI eine Rolle. Jeder Prompt beginnt mit einer Rollenzuweisung. “Du bist ein erfahrener Trauerredner mit 15 Jahren Berufserfahrung” liefert bessere Ergebnisse als “Hilf mir bei einer Trauerrede”. Die KI orientiert ihren Tonfall, ihr Vokabular und ihre Vorschläge an dieser Rolle.
Regel 3: Zeig, was du brauchst — nicht, was du nicht willst. Ein Prompt mit “keine Floskeln, kein Pathos, keine Allgemeinplätze” produziert steife Texte, weil die KI ständig bremst. Besser: “Sachlicher Ton, konkrete Bilder, direkte Sprache.” Zeig die Richtung, statt Verbotsschilder aufzustellen.
Kategorie 1: Biografie-Strukturierung
Du kommst aus dem Trauergespräch mit einem Zettelblock voller Stichpunkte, Anekdoten und Lebensstationen. Irgendwo darin steckt die Rede. Diese Prompts helfen dir, das Material zu ordnen.
Prompt 1 — Leitmotiv aus Gesprächsnotizen extrahieren
Wann er passt: Nach dem Gespräch, wenn du das Material vor dir hast und den roten Faden noch nicht siehst. Besonders hilfreich bei Verstorbenen, die ein vielschichtiges Leben geführt haben.
Du bist ein erfahrener Trauerredner. Ich gebe dir meine anonymisierten
Gesprächsnotizen von einem Vorgespräch mit der Familie.
Analysiere das Material und schlage 3 mögliche Leitmotive vor, die sich
als roter Faden durch eine Rede von rund 2.000 Wörtern ziehen könnten.
Für jedes Leitmotiv:
- Formuliere es in einem Satz
- Nenne 2-3 Stellen in meinen Notizen, die das Motiv stützen
- Beschreibe, wie Einstieg und Schluss mit diesem Motiv aussehen könnten
Bevorzuge Motive, die sich aus konkreten Handlungen und Eigenheiten
ableiten lassen, nicht aus abstrakten Tugenden.
Meine Notizen:
[Hier deine anonymisierten Notizen einfügen] Was du am Output anpasst: Die KI schlägt Motive vor — du entscheidest, welches zum Verstorbenen passt. Oft ist das beste Motiv eine Kombination aus zwei Vorschlägen. Vertraue deinem Bauchgefühl aus dem Gespräch, nicht dem, was auf dem Papier am elegantesten klingt.
Prompt 2 — Chronologie in Themenblöcke umwandeln
Wann er passt: Wenn deine Notizen chronologisch sortiert sind (Kindheit, Beruf, Rente), du aber eine thematische Rede schreiben willst.
Du bist ein erfahrener Trauerredner. Ich habe meine Gesprächsnotizen
chronologisch sortiert. Wandle sie in 3-4 thematische Blöcke um, die
jeweils eine Facette des Verstorbenen zeigen.
Jeder Block soll Anekdoten aus verschiedenen Lebensphasen kombinieren,
sodass die Rede nicht wie ein Lebenslauf klingt, sondern wie ein
Portrait.
Schlage für jeden Block eine Überleitungs-Idee zum nächsten vor.
Material:
[Hier deine chronologischen Notizen einfügen] Was du am Output anpasst: Die thematischen Blöcke sind Vorschläge. Prüfe, ob die vorgeschlagenen Anekdoten-Kombinationen stimmig sind. Manchmal gruppiert die KI Szenen zusammen, die sich widersprechen, weil ihr der emotionale Kontext fehlt. Du warst im Raum — sie nicht.
Prompt 3 — Schwache Stellen in Gesprächsnotizen identifizieren
Wann er passt: Bevor du mit dem Schreiben beginnst. Der Prompt zeigt dir Lücken, die du durch einen Rückruf bei der Familie schliessen kannst.
Du bist ein erfahrener Trauerredner, der Gesprächsnotizen auf
Vollständigkeit prüft. Analysiere meine Notizen und identifiziere:
1. Lebensbereiche, die nur mit Adjektiven beschrieben sind (z.B. "war
ein guter Vater"), aber keine konkrete Szene haben
2. Beziehungen, die erwähnt, aber nicht illustriert werden
3. Zeiträume, über die wenig Material vorhanden ist
4. Stellen, die sich widersprechen könnten
Formuliere für jede Lücke eine konkrete Nachfrage, die ich der Familie
stellen könnte.
Notizen:
[Hier deine anonymisierten Notizen einfügen] Was du am Output anpasst: Nicht jede Lücke muss geschlossen werden. Wenn über die Kindheit wenig bekannt ist, weil der Verstorbene nie darüber gesprochen hat, ist das ein Fakt, keine Lücke. Nutze die Nachfragen als Checkliste, nicht als Pflichtprogramm.
Prompt 4 — Kernzitate aus Notizen destillieren
Wann er passt: Wenn die Familie dir Sätze des Verstorbenen erzählt hat und du sortieren willst, welche davon als Rede-Anker funktionieren.
Du bist ein erfahrener Trauerredner. In meinen Notizen stehen mehrere
Zitate und Sätze, die der Verstorbene regelmässig gesagt hat.
Bewerte jedes Zitat nach seiner Tragfähigkeit als Rede-Element:
- Könnte es als Einstieg funktionieren?
- Eignet es sich als wiederkehrendes Motiv?
- Passt es als Schlusssatz?
- Ist es zu privat oder zu banal für den Vortrag?
Schlage für die 2 stärksten Zitate je eine kurze Einbettungs-Idee vor
(wie der Satz in der Rede eingeführt und kontextualisiert werden könnte).
Zitate aus meinen Notizen:
[Hier die gesammelten Zitate einfügen] Was du am Output anpasst: Die KI kann nicht einschätzen, wie ein Zitat im Raum klingt. “Mach halt” klingt auf dem Papier banal — kann aber, richtig vorgetragen und kontextualisiert, die stärkste Stelle der Rede werden. Deine Entscheidung, nicht die der KI.
Kategorie 2: Rede-Entwurf und Dramaturgie
Du hast die Struktur, du hast das Leitmotiv. Jetzt geht es um den Text. Diese Prompts helfen dir nicht beim Schreiben — sie helfen dir beim Denken über die Rede.
Prompt 5 — Dramaturgie-Check für den Entwurf
Wann er passt: Wenn der Entwurf steht und du das Gefühl hast, dass etwas nicht stimmt, aber nicht benennen kannst, was.
Du bist ein erfahrener Trauerredner mit dramaturgischem Gespür. Ich gebe
dir den Entwurf meiner Trauerrede (anonymisiert).
Analysiere die Dramaturgie:
- Wo steigt die emotionale Intensität, wo fällt sie?
- Gibt es einen klaren Bogen von Einstieg zu Schluss?
- Welche Stelle wirkt als emotionaler Höhepunkt — und ist sie an der
richtigen Position (im letzten Drittel)?
- Wo verliert die Rede an Tempo?
- Gibt es Wiederholungen, die stärken, und solche, die ermüden?
Schlage 2-3 konkrete Umstellungen vor, die den Bogen verbessern könnten.
Mein Entwurf:
[Hier deinen anonymisierten Entwurf einfügen] Was du am Output anpasst: Dramaturgische Vorschläge der KI sind Denkanstösse. Wenn sie empfiehlt, die Anekdote über den Garten nach vorne zu ziehen, frag dich, ob das zum Erzählfluss passt. Manchmal ist die “falsche” Reihenfolge die richtige, weil du den Raum kennst und weisst, dass die Gemeinde am Anfang noch unruhig ist.
Prompt 6 — Drei Einstiegsvarianten generieren
Wann er passt: Wenn der Hauptteil steht, aber der Einstieg fehlt. Statt drei Stunden am ersten Satz zu feilen, lässt du dir Varianten vorschlagen.
Du bist ein erfahrener Trauerredner. Ich gebe dir das Leitmotiv und die
wichtigsten Anekdoten meiner Trauerrede.
Schlage 3 unterschiedliche Einstiege vor:
1. Eine konkrete Szene (szenischer Einstieg)
2. Ein Zitat oder Satz des Verstorbenen
3. Ein Bild oder eine Metapher
Jeder Einstieg: maximal 4 Sätze. Kein Pathos, keine Floskeln, keine
Begrüssungsformel. Der Einstieg soll ein Bild im Kopf erzeugen, nicht
die Situation beschreiben.
Leitmotiv: [Hier dein Leitmotiv einfügen]
Zentrale Anekdoten: [Hier 2-3 Anekdoten in Stichworten einfügen]
Charakter des Verstorbenen: [Hier 3-4 Eigenschaften] Was du am Output anpasst: Die Varianten sind Startpunkte. Nimm die Idee, die dich anspricht, und schreib den Einstieg in deiner Sprache neu. Oft ist die beste Variante eine Mischung aus zwei Vorschlägen. Kein KI-generierter Einstieg gehört eins zu eins in dein Manuskript.
Prompt 7 — Überleitungen zwischen Rede-Teilen formulieren
Wann er passt: Wenn die einzelnen Blöcke stehen, aber die Übergänge abrupt wirken. Überleitungen sind der Klebstoff der Rede — ohne sie springen die Themen.
Du bist ein erfahrener Trauerredner. Ich gebe dir zwei aufeinanderfolgende
Abschnitte meiner Trauerrede. Zwischen ihnen fehlt eine Überleitung.
Schlage 3 Varianten für eine Überleitung vor:
1. Inhaltliche Brücke (ein Detail verbindet beide Abschnitte)
2. Zeitsprung mit einem Satz
3. Emotionaler Wechsel (bewusster Tonwechsel)
Jede Überleitung: maximal 2 Sätze. Sie soll den Fluss tragen, nicht
unterbrechen.
Abschnitt A: [Hier den letzten Absatz von Block A einfügen]
Abschnitt B: [Hier den ersten Absatz von Block B einfügen] Was du am Output anpasst: Sprich die Überleitung laut. Wenn du beim Sprechen stolperst, ist der Satz zu konstruiert. Die beste Überleitung klingt so, als wäre sie dir beim Erzählen eingefallen — nicht beim Texten.
Prompt 8 — Schluss-Varianten mit Rückbezug zum Einstieg
Wann er passt: Wenn die Rede einen runden Abschluss braucht, der den Bogen zum Einstieg schliesst. Der Schluss ist das Letzte, was die Trauergemeinde hört — er bleibt.
Du bist ein erfahrener Trauerredner. Ich gebe dir den Einstieg und das
Leitmotiv meiner Trauerrede.
Schlage 3 Schlussvarianten vor, die den Einstieg aufgreifen und den Bogen
schliessen:
1. Rückkehr zur Einstiegsszene mit neuem Blickwinkel
2. Letzter Satz als Echo des Leitmotivs
3. Stilles Bild, das nachwirkt
Jeder Schluss: maximal 4 Sätze. Kein "Ruhe in Frieden", keine
Allgemeinplätze über den Tod. Der letzte Satz gehört dem Verstorbenen.
Einstieg: [Hier deinen Einstieg einfügen]
Leitmotiv: [Hier dein Leitmotiv in einem Satz]
Ton der Rede: [z.B. warm, leise humorvoll, nüchtern] Was du am Output anpasst: Der Schluss muss am Pult funktionieren, nicht auf dem Bildschirm. Teste jede Variante laut und achte darauf, ob der letzte Satz natürlich ausklingt. Wenn du nach dem letzten Wort das Gefühl hast, noch etwas sagen zu müssen, ist der Schluss noch nicht fertig.
Kategorie 3: Überarbeitung und Lektorat
Die Rede steht. Jetzt kommt der Feinschliff. Diese Prompts ersetzen nicht dein eigenes Lektorat — sie ergänzen es um eine zweite Perspektive.
Prompt 9 — Floskeln und Leerstellen aufdecken
Wann er passt: Nach dem zweiten Entwurf, wenn du betriebsblind wirst. Die KI findet Stellen, die du beim dritten Lesen überfliegst.
Du bist ein strenger Lektor für Trauerreden. Prüfe meinen Rede-Entwurf
auf:
1. Floskeln und Allgemeinplätze ("ein guter Mensch", "wird immer in
unseren Herzen leben", "eine Lücke hinterlassen")
2. Adjektiv-Häufungen ohne Szene (z.B. "liebevoll, warmherzig, gütig"
ohne konkrete Situation)
3. Passiv-Konstruktionen, die Distanz erzeugen
4. Sätze über 30 Wörter, die beim Vortrag schwer zu sprechen sind
5. Wiederholungen, die nicht als Stilmittel wirken
Markiere jede Stelle und schlage eine konkretere Alternative vor.
Ersetze keine Formulierung, die eine persönliche Eigenheit des Redners
sein könnte.
Entwurf:
[Hier deinen anonymisierten Entwurf einfügen] Was du am Output anpasst: Nicht jede markierte Stelle ist ein Problem. Wenn du bewusst “liebevoll” schreibst, weil die Witwe genau dieses Wort benutzt hat, bleibt es stehen. Die KI sieht den Text — du hörst die Stimme der Familie.
Prompt 10 — Sprechtest-Simulation
Wann er passt: Wenn du die Rede laut geprobt hast und Stellen gefunden hast, an denen du stolperst, aber nicht weisst, wie du sie umformulieren sollst.
Du bist ein Sprechtrainer für Trauerredner. Ich markiere dir Stellen in
meiner Rede, an denen ich beim lauten Lesen stolpere.
Für jede Stelle:
- Erkläre, warum der Satz beim Sprechen hakt (zu lang, zu viele
Nebensätze, schwierige Lautfolge, unnatürlicher Rhythmus)
- Schlage eine Version vor, die den gleichen Inhalt in Sprech-Rhythmus
bringt (kurze Hauptsätze, natürliche Pausen, einfache Wortstellung)
Behalte meinen Tonfall bei. Vereinfache den Inhalt nicht — nur die
Satzstruktur.
Stolper-Stellen:
[Hier die markierten Stellen einfügen] Was du am Output anpasst: Die umformulierten Sätze sind Vorschläge für den Sprechrhythmus. Lies sie laut. Wenn der neue Satz fliesst, übernimm ihn. Wenn er zwar korrekt, aber nicht nach dir klingt, formuliere selbst um — mit dem Rhythmus-Hinweis der KI als Leitlinie.
Prompt 11 — Fakten-Check gegen Gesprächsnotizen
Wann er passt: Vor dem Ausdruck des Manuskripts. Der Prompt gleicht deinen Rede-Text mit deinen Notizen ab und findet Diskrepanzen.
Du bist ein Fakten-Prüfer für Trauerreden. Ich gebe dir zwei Texte:
(A) meine Gesprächsnotizen und (B) meinen Rede-Entwurf.
Vergleiche beide und liste auf:
1. Fakten in der Rede, die nicht in den Notizen stehen (mögliche
Verwechslung oder Hinzudichtung)
2. Widersprüche zwischen Notizen und Rede (Jahreszahlen, Namen,
Verwandtschaftsverhältnisse, Orte)
3. Details in den Notizen, die in der Rede fehlen und stark genug für
einen Einbau wären
Sei präzise. Markiere nur echte Diskrepanzen, keine stilistischen
Unterschiede.
(A) Notizen: [Hier anonymisierte Notizen]
(B) Entwurf: [Hier anonymisierten Entwurf] Was du am Output anpasst: Falsche Verwandtschaftsverhältnisse oder vertauschte Jahreszahlen — sofort korrigieren. Fehlende Details — nur einbauen, wenn sie zur Struktur passen. Der Fakten-Check ist das Netz unter dem Seil, nicht ein Grund, die Rede aufzublähen.
Kategorie 4: Spezialfälle
Nicht jede Rede folgt dem Standardmuster. Diese Prompts adressieren Situationen, in denen das übliche Vorgehen nicht reicht.
Prompt 12 — Person nicht persönlich gekannt
Wann er passt: Wenn du den Verstorbenen nur aus dem Trauergespräch kennst und keine eigene Begegnung hattest. Das ist für Anfänger fast immer der Fall.
Du bist ein erfahrener Trauerredner. Ich soll eine Trauerrede für eine
Person halten, die ich nicht persönlich kannte. Mein Material stammt
ausschliesslich aus dem Familiengespräch.
Hilf mir, die Rede so zu formulieren, dass sie nicht nach "vom
Hörensagen" klingt. Konkret:
- Welche Formulierungen vermeiden den Eindruck, ich hätte den
Verstorbenen gekannt?
- Wie binde ich Familienzitate ein, ohne dass es nach Protokoll klingt?
- An welchen Stellen darf ich "wir" sagen, an welchen wirkt es unehrlich?
Gib mir 5 Formulierungs-Beispiele für Sätze, die Nähe erzeugen, ohne
Bekanntschaft vorzutäuschen. Kontext des Verstorbenen:
[Hier 3-4 Charakter-Stichpunkte] Was du am Output anpasst: Die Formulierungen sind Muster, keine Textbausteine. Nimm die Idee — “Die Tochter hat mir erzählt, dass…” — und forme sie in deinen Ton. Martin Hofer, 46, Redner in Nürnberg, nutzt diesen Prompt seit einem Jahr: “Die KI hat mir gezeigt, dass Ehrlichkeit stärker wirkt als Inszenierung. ‘Ich habe ihn nicht gekannt, aber seine Familie hat mir ein Bild geschenkt’ — das öffnet den Raum, statt ihn zu täuschen.”
Prompt 13 — Schwieriges Familienverhältnis
Wann er passt: Wenn im Gespräch Konflikte sichtbar wurden — entfremdete Kinder, geschiedene Partner in der Gemeinde, ungeklärter Familienstreit.
Du bist ein erfahrener Trauerredner mit Mediations-Erfahrung. In meinem
Trauergespräch sind schwierige Familienverhältnisse aufgetaucht:
[Hier die Situation in 2-3 Sätzen beschreiben, anonymisiert]
Hilf mir:
1. Die betroffene Beziehung in der Rede so zu formulieren, dass sie
weder verschwiegen noch exponiert wird
2. Formulierungen zu finden, die Raum für verschiedene Perspektiven
lassen, ohne Partei zu ergreifen
3. Stellen zu identifizieren, an denen Auslassen besser ist als
Ansprechen
Gib mir 3 Formulierungs-Varianten für die kritische Stelle. Jede soll
einen anderen Grad an Direktheit haben (andeutend, neutral, offen). Was du am Output anpasst: Die Varianten zeigen dir Abstufungen. Welche passt, hängt von der Familie ab — nicht vom Text. Wenn die Tochter im Gespräch gesagt hat “Lassen Sie das mit Papa und mir einfach weg”, dann ist die Antwort klar, egal was die KI vorschlägt. Die Wünsche der Familie stehen über jeder Dramaturgie.
Prompt 14 — Zweisprachige Elemente einbauen
Wann er passt: Bei Verstorbenen mit Migrationshintergrund, bei binationalen Familien oder wenn ein Sprichwort in der Muttersprache des Verstorbenen die Rede bereichert.
Du bist ein erfahrener Trauerredner, der regelmässig zweisprachige
Elemente in Reden einbaut. Der Verstorbene hatte als Muttersprache:
[Sprache].
Hilf mir:
1. Ein Sprichwort oder eine Redewendung aus dieser Sprache zu finden,
die zum Leitmotiv [Leitmotiv hier] passt
2. Das Zitat so in die deutschsprachige Rede einzubetten, dass es
natürlich wirkt (mit Übersetzung, ohne Schulunterricht-Atmosphäre)
3. Die Aussprache so zu notieren, dass ich es am Pult fehlerfrei
sprechen kann
Gib mir 2-3 Optionen mit Einbettungs-Beispielen. Die Passage soll
maximal 3 Sätze umfassen. Was du am Output anpasst: Lass die Aussprache von jemandem prüfen, der die Sprache spricht. KI-generierte Aussprachehilfen sind Annäherungen, keine Garantien. Sabine Grothe, 50, Rednerin in Frankfurt, bittet seit zwei Jahren ein Familienmitglied, ihr die fremdsprachige Passage am Telefon vorzusprechen. “Das dauert zwei Minuten und verhindert, dass ich mich am Pult blamiere.”
Prompt 15 — Rede kürzen ohne Substanzverlust
Wann er passt: Wenn deine Rede bei 3.000 Wörtern steht und auf 2.000 runter muss. Kürzen ist schwerer als Schreiben — dieser Prompt zeigt dir, wo du schneiden kannst.
Du bist ein erfahrener Trauerredner und Lektor. Meine Rede ist zu lang
(aktuelle Wortzahl: ca. [X] Wörter). Ziel: [Y] Wörter.
Analysiere den Entwurf und schlage vor:
1. Welche Absätze enthalten redundante Informationen (gleiche Botschaft,
andere Worte)?
2. Welche Anekdoten könnten gekürzt werden, ohne ihren Kern zu verlieren?
3. Welche Passagen tragen nicht zum Leitmotiv bei und können ganz
entfallen?
4. Wo sind Sätze, die durch kürzere Formulierungen ersetzt werden
können?
Erstelle eine priorisierte Streichliste. Beginne mit dem, was am
wenigsten Substanz kostet. Markiere, was auf keinen Fall gestrichen
werden sollte.
Leitmotiv: [Hier dein Leitmotiv]
Entwurf: [Hier deinen anonymisierten Entwurf] Was du am Output anpasst: Die Streichliste ist ein Vorschlag. Streich nie eine Stelle, die die Familie ausdrücklich gewünscht hat — auch wenn sie dramaturgisch schwach ist. Die KI optimiert für Textqualität, du optimierst für die Menschen im Raum.
Was diese Prompts nicht leisten
Veronika Stein, 53, Trauerrednerin in München, nutzt KI-Prompts seit anderthalb Jahren in ihrem Workflow. Ihr Resümee: “Die Prompts sparen mir pro Rede eine Stunde. Nicht beim Schreiben — beim Sortieren und beim Überarbeiten. Was sie nicht können: mir sagen, ob die Rede die Familie berühren wird. Das weiss ich erst, wenn ich am Pult stehe.”
15 Prompts sind 15 Werkzeuge. Kein Werkzeug ersetzt das Gespräch mit der trauernden Familie. Kein Prompt liefert dir die Pause, die du nach dem Satz über die Enkeltochter setzt. Kein Sprachmodell weiss, dass der Witwer jedes Mal schluckt, wenn jemand den Namen seiner Frau sagt.
Dein Wert als Redner liegt nicht in der Textproduktion. Er liegt im Zuhören, im Verstehen, im Übersetzen von Trauer in Worte, die tragen. Die Prompts beschleunigen die handwerklichen Schritte. Die menschlichen Schritte bleiben bei dir.
Wenn du den gesamten Workflow — vom Gesprächsprotokoll über die Strukturierung bis zum Lektorat — in einem System zusammenführen willst, das auf EU-Servern läuft und für den Trauerredner-Alltag gebaut ist, schau dir TrauerRede.pro an. Aber die Prompts hier funktionieren auch einzeln, in jedem Tool, sofort.